10月4日
Mein langer Weg
Eigentlich finde ich die Idee von Schicksal wie es immer dargestellt wird lächerlich: Jeder hat sein vorgeschriebenes Schicksal und alles passiert aus einem bestimmt Grund. Ich glaub eher das läuft so: Schicksal ist das was rauskommt, wenn man alle Entscheidungen einer Person als Ganzes betrachtet. Nix mit Glück und Pech und dem ganzen Kram. Und so fügt sich eben jeder einzelne Schritt, ja jede Entscheidung, die man in seinem Leben wann auch immer trifft, zu einem ganz persönlichen Weg. Natürlich gibts unterschiedliche Entscheidungen. So hat die Tatsache, dass ich zum zweiten Mal in dieser Woche mein Abendessen beim selben fettigen Chinesen bestelle nur bedingt Einfluss auf mein Schicksal (ausser Herzverfettung mit 50).
Während es einerseits beruhigend wirken mag, dass man über soviel Entscheidungsgewalt verfügt, weil man sich quasi aus jeder Scheiße raushangeln kann, ist es auf der anderen Seite verdammt beängstigend. Irgendwann, wenn man mal wieder zu viel Kaffee getrunken hat und noch um 1 Uhr morgens im Internet rumsurft, fängt man einfach an, zu überlegen "Was wäre wenn...?", oder "Wo wäre ich heute wenn...?".
Ich versuch einfach, das nicht all zu oft zu machen, und stattdessen meine Zeit für neue Entscheidungen zu nutzen, die, auch wenn sie schwer fallen oder schier unmöglich zu fällen erscheinen, einen doch auf seinem Weg nach Woauchimmer weiterbringen. Da ist es nur verständlich, dass man sich manchmal fragt, wann man denn endlich angekommen ist.